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Die Illusion der Illusion



Alles, was ich mag und nicht mag, wofür ich stehe und was ich nicht ausstehen kann: Alles womit ich mich identifiziere und wovon ich glaubte, dass es "Ich" bin, ist ein Gedankenkonstrukt geschaffen durch meine Vergangenheit. Als ich geboren wurde, hatte ich keinen Namen. Er wurde mir gegeben und ich lernte mich damit zu identifizieren. Doch das alles bin nicht ich. Es ist mein Ego. Die Stimme in meinem Kopf, die existiert seit ich denke und die mir glauben machte, sie sei ich. Das, was ich jahrelang glaubte zu sein, ist nichts weiter als eine Illusion. Doch was bleibt übrig? Wer bin ich wirklich? Und wie befreie ich mich von mir selbst oder dem, was ich glaube zu sein?


Antwort: Gar nicht. Denn wer denkt, er sitze im Gefängnis, der ist selbst das Gefängnis. Nicht du willst dich von dir befreien, sondern das Ego will sich von sich selbst befreien. Du willst gar nichts. Du bist Beobachter. Du bist. Nicht mehr - nicht weniger.



  1. Gedanken sind wie Luft, die ich ein- und wieder ausatme. Mich mit ihnen zu identifizieren und zu versuchen sie zu verstehen, zu analysieren, zu behalten und zu meiner Identität zu machen ist, als würde ich Luft einatmen, aber nicht mehr ausatmen wollen. Wie Luft & Wasser sind Gedanken universell vorhanden & haben nicht im Geringsten etwas mit meinem Selbst zutun. "Eigene Gedanken" gibt es nicht und hat es nie gegeben.

  2. Meine gesamte Identität; das, an was ich mich ein Leben lang gekoppelt habe, was ich gerechtfertigt und vor anderen verteidigt habe ist eine Illusion aus Gedanken. Alles was ich glaubte (und glaube) zu sein, ist eine Sammlung aus Gedanken, die ich einst einatmete und nicht mehr ausatmete. Das "Ich", von dem ich ein Leben lang Angst hatte, dass es irgendwann nicht mehr existiert, hatte nie was mit meinem wahren Ich zutun.

  3. Mein Körper gehört nicht "mir". Nichts gehört "mir". Alles was ich glaube zu besitzen, schreibe ich meiner Identität zu; einer Identität, die selbst nicht wirklich existiert. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich einen mir sehr vertrauten Körper, den ich seit ich denke schon bewohne. Aber es ist weder "mein Körper", noch bin das "Ich". Oft sehe ich diesen Körper in meinen Träumen aus der dritten Perspektive. Ich bin in diesen Träumen niemand anderes und sehe doch "meinen Körper", als wäre er jemand anderes. Doch wer bin ich in dem Moment? Und wer bin ich / was sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Ich sehe einen Körper, aber nicht mich, da ich überhaupt nicht materiell bin.

  4. Wer ich bin, wo ich bin und was ich tue... Nichts davon spielt eine Rolle. Alles was zählt ist dieser eine Moment. Es hat nie etwas anderes gegeben. Ich habe nie etwas anderes erlebt außer den Moment im Jetzt. Zukunft... Vergangenheit... Beides setzt sich aus Gedankenformen zusammen, die ich in diesem einen Moment - im Jetzt - habe. Gedankenformen, die genauso viel mit mir zutun haben, wie Luft, die ich einatme.

  5. Meine Geschichte ist für diesen einen Moment bedeutungslos. Meine Geschichte ist auch nur eine Sammlung von Gedanken, die ich für meine Gedanken halte. Meine gesamte Identität ist nichts weiter, als eine bedeutungslose Geschichte. Sie hat überhaupt nichts mit meiner Existenz zutun.

  6. Das, was ich bis hierhin geglaubt habe zu sein und das sich mit dem Namen Chris und seinem Körper, seiner Handschrift, etc. identifiziert, bin nicht ich, sondern die materielle Identifikation meines fiktiven Ichs mit seiner Lebensgeschichte.

  7. Das in mir, was ein Leben lang Angst hatte seine Identität zu verlieren und im Nichts zu verschwinden, hat nie eine Identität gehabt und ist nie etwas anderes gewesen, als eine Illusion, die Angst davor hatte zu erkennen, was sie in Wahrheit ist - eine Illusion.

  8. Alle Gedanken, sind nicht meine Gedanken

  9. Nichts spielt eine Rolle; Nichts ist von Bedeutung, außer das Sein selbst.

  10. Wertung ist eine Illusion meines fiktiven Ichs. Was im Jetzt ist, ist weder gut noch schlecht; es ist. Alles was darüber hinausgeht ist unwesentlich. Nicht mir ist kalt, sondern es ist kalt - ohne jegliche subjektive Wertung.

  11. Wahl ist eine Illusion, da "Ich" sein Empfinden vom Ergebnis seiner Wahl abhängig macht, statt zu sein. Ganz gleich wie man wählt. Der Ausgang ist nie von Bedeutung. Nur das Geschehen selbst.

  12. Es gibt kein Leid und es gibt keinen Schmerz; genausowenig wie Freude und Glück. All das entsteht durch Gedanken und Interpretation, mit denen sich das fiktive "Ich" identifiziert. Schmerz ist nichts weiter, als ein Zustand meines Körpers, der nur von seinem Verstand negativ interpretiert wird.

  13. Es gibt keine Angst. Angst hat nur der, der den Moment nicht so annimmt, wie er ist und sich in Zeit und Wertung von Dingen verliert. Alles was "Ich" empfindet, entsteht durch subjektive Interpretation der Dinge in seinem Verstand.

  14. Es gibt kein "gut" und kein "böse". Gut und Böse sind Gedankenkonstrukte, die durch Wertung des Momentes, wie er ist, entstehen. Nichts weiter als Illusionen, geschaffen aus Wertung und Identifikation mit Gedanken, die "Ich" genausowenig gehören, wie Luft.

  15. Alle Feindbilder werden vom Verstand gemalt. Durch Wertung von Gedanken, Identifikation mit Gefühlen und der eigenen Geschichte. Alles was ist, existiert und alles was existiert, ist. Objektive Wertung gibt es nicht.

  16. Alles was zählt, ist der Moment. Der eine Moment, der immer ist. Jetzt, jetzt und Jetzt.

  17. Gedanken sind ein universeller Fluss. Sie kommen, die gehen, sie fließen unglaublich schnell. Der Verstand fängt diese von innen auf, wie ein Fischernetz und gibt einige davon wieder, bekannt als die "Stimme im Kopf". Ein Gedanke ist blitzschnell gedacht. Die Stimme ist nur ein langsames Echo. Was Ich interpretiert und als seine eigenen Gedanken ausgibt, ist nichts weiter, als das Foto eines Fischs aus einem strömenden Fluss, von dem es ironischerweise glaubt das Foto des Fischs wäre ein Teil von ihm selbst.

Meine gesamte Existenz ist nichts weiter, als ein kleiner Teil von etwas viel Größerem. Was ich tue, wer ich bin und wo ich bin, spielt dabei keine Rolle. All die Dinge, die meinem fiktiven Ich den Kopf zerbrechen, die es quälen, es nicht loslassen, für die es steht, sind nur unbedeutende Dinge; Gedankenformen, die der Verstand "meines" Körpers aufgefangen und nicht mehr losgelassen hat. Alles was zählt ist der Moment selbst. Nichtmal der Tod spielt eine Rolle. Er geschieht wie der tägliche Sonnenauf- und untergang. Was stirbt ist der Körper, den ich bewohne und meine Identität; nicht jedoch ich selbst, da ich Teil des gesamten Seins bin. Ich bin jederzeit in Sicherheit wie im Traum; nichts kann mir geschehen, da alles was ist, ist und ich ein unmittelbarer Teil davon bin.